Sand, Kies, Holzkohle in Schichten – diesen Filter kennt jeder aus dem Schulbuch. Draußen baut ihn so gut wie niemand, weil du die Materialien selten sauber zur Hand hast. Was in vielen Notfall-Kits aus den USA und bei Praktikern Standard ist: ein schneller Vorfilter aus einer PET-Flasche und einem Tampon.
Was du brauchst
- eine leere PET-Flasche mit Deckel
- einen Tampon (ohne Applikator)
- eine Handvoll Gras oder frische grüne Blätter
- ein Messer zum Abschneiden des Flaschenbodens
So baust du den Filter
- Boden abschneiden: Den Flaschenboden sauber abtrennen und die Flasche kopfüber halten oder in eine Astgabel klemmen.
- Tampon einsetzen: Den Tampon leicht auseinanderzupfen und fest in den Flaschenhals drücken. Er ist das eigentliche Filtermaterial.
- Grobfilter oben drauf: Gras oder Blätter in die Flasche legen. Sie fangen Schlamm, Insekten und Pflanzenteile ab, bevor der Tampon verstopft.
- Langsam durchlaufen lassen: Wasser oben einfüllen, den Deckel leicht geöffnet lassen und das Wasser unten in einem sauberen Gefäß auffangen. Die ersten Schlucke verwerfen.
Ganz wichtig: klar ist nicht sauber
Der Tampon-Filter holt Trübstoffe aus dem Wasser – Bakterien, Viren und Parasiten bleiben drin. Danach musst du das Wasser entkeimen: mindestens eine Minute sprudelnd abkochen, Entkeimungstabletten nutzen oder die SODIS-Methode mit Sonnenlicht anwenden. Gerade weil das Wasser jetzt klar ist, funktioniert die Entkeimung deutlich besser.
Typische Fehler
- Gefiltertes Wasser direkt trinken – das ist der häufigste und gefährlichste Fehler.
- Zu viel auf einmal einfüllen – der Filter läuft über, Dreck rutscht am Tampon vorbei.
- Blätter von unbekannten Pflanzen nehmen – bleib bei Gras oder Laub, das du kennst.

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